Konflikte auflösen und sich mit der Vergangenheit versöhnen – Anleitung

Viele von uns tragen alte Verletzungen in sich, die uns bis heute unterschwellig beeinflussen und unser Lebensglück und Zufriedenheit sabotieren. Deshalb möchte ich dir zeigen, wie du alte Konflikte auflösen kannst und Versöhnung mit der Vergangenheit findest.

Wenn auch du verletzt wurdest und dich dieses Erlebnis bis heute beeinflusst oder beschäftigt, möchte ich dir zeigen, welche Schritte ich gegangen bin, um Heilung zu erfahren.

Der Anfang eines jeden alten Konfliktes ist eine persönliche Verletzung, aus der ein negatives Gefühl wie Wut, Trauer oder Angst entstanden ist und dich nachhaltig beeinflusst. Aber wie kann dieses Gefühl wieder weichen? Wie kannst du dich wieder frei machen von Wut, Trauer oder Angst?

Konflikte auflösen: Fokussiere dich auf das negative Gefühl

Frage dich, wie dieses negative Gefühl entstanden ist. Anders ausgedrückt: Was hat dich verletzt? Wie fühlt sich diese Wut, diese Trauer oder diese Angst an?

Betrachte es von allen Seiten und tauche darin ein. Gib diesem Gefühl die volle Aufmerksamkeit, die es braucht. Weil es vielleicht schon lange in dir verweilt, vielleicht ignoriert, versteckt oder unterdrückt wurde. Weil es sich vielleicht nicht voll entfalten durfte oder zurück gehalten wurde.

Jeder hat seinen eigenen Weg, sich auf seine Gefühle einzulassen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Deshalb: schreib sie auf, schrei sie raus, tanz sie aus dir heraus oder bring sie in Farbe zu Papier. Probiere dich aus.

Und dann gebe dir die Erlaubnis, all deine Energie in dieses Gefühl fließen lassen zu dürfen. Alle Wut, alle Angst, alle Traurigkeit. Und wenn es immer stärker wird, lass es heraus strömen. Lass alles los, was du bisher zurück gehalten hast. Lass es los.

Nachdem du den Konflikt aufgelöst hast, den Prozess des Loslassens in Gang gesetzt hast, hast du nun Raum und Kapazitäten für den nächsten Schritt:

Nach der Auflösung des Konflikts folgt die Versöhnung mit der Vergangenheit

Aber wie ist Versöhnung mit der Vergangenheit möglich? Die folgenden Schritte sollen dich durch den nächsten Prozess leiten.

Versöhnung mit Vergangenheit durch anderen Blickwinkel

Versetze dich in dein Gegenüber und versuche eine Erklärung zu finden, warum diese Person so gehandelt hat. Welchen Grund kann es geben? Nicht immer scheint der Grund anfangs plausibel. Unabhängig davon, wie verletzend eine Tat war, gibt es meistens einen Grund dafür. Frust, Unzufriedenheit, mangelndes Selbstwertgefühl, Geltungsbedürfnis, zu wenig Liebe, fehlende Aufmerksamkeit, Verletzungen in der Kindheit… Um nur einige Gründe zu nennen. Vielleicht ist es auch ein viel unbedeutenderer Grund.

Akzeptiere die Vergangenheit

Ein weiterer Schritt bei der Versöhnung mit der Vergangenheit ist zu akzeptieren. Diese Situation ist geschehen und ist demzufolge nicht mehr veränderbar. Egal, wie viel du über diese eine Sache nachdenkst und wie viel Emotion du darin investierst, es liegt in der Vergangenheit und nicht im Hier und Jetzt. Das heist: du kannst die Vergangenheit nicht ändern, du kannst sie nur akzeptieren.

Entwickle Mitgefühl für dich

Du bist die Person, die bis heute unter diesem Konflikt leidet. Manche Erlebnisse können so verletzend gewesen sein, dass sie die Persönlichkeit verändern, das Handeln beeinflussen oder nachhaltig emotional blockieren. Gib dieser Person nicht weiterhin die Macht, dein Leben zu beeinflussen. Strebe eine Versöhnung deinetwegen an. Verabschiede dich schließlich von deinem Schmerz und lass Frieden bei dir einkehren. Lass diesen Konflikt nicht mehr Teil deines Lebens sein. Nimm dich wichtig und tu es für dich.

Entwickle Mitgefühl für dein Gegenüber

Du kannst dir vielleicht erklären, warum dein Gegenüber so gehandelt hat? Wunderbar, dann versuche, mit dieser Person zu fühlen. Öffne dein Herz und denke mitfühlend für diese Person. Du glaubst, das kannst du nicht? Deine Wunden sind so tief, dass du nicht Mitgefühl entwickeln kannst? Versuche es jeden Tag ein bisschen mehr. Vielleicht schaffst du es noch nicht jetzt. Aber vielleicht irgendwann…

Dieser komplette Prozess kann gelegentlich langwieriger sein. Mache Verletzungen waren so groß und liegen schon so lange zurück, dass sie Zeit hatten, sich in dir zu etablieren.

Aber verinnerliche, dass du diesen Prozess durchlaufen darfst. Du darfst dich von dieser Verletzung trennen und ein Leben in Freiheit wählen.

Welchen Einfluss hatte dieser Konflikt?

Ein weiterer Schritt nach der Auflösung von Konflikten und Versöhnung mit der Vergangenheit, ist zu hinterfragen, welchen Einfluss dieser Konflikt auf dich und deine Persönlichkeitsentwicklung hatte. Dauer und Schweregrad des Konfliktes sind maßgebliche Faktoren bei der Prägung. Für eine nachhaltige Heilung ist es oft notwendig, heraus zu finden, welche Spuren dieser Konflikt hinterlassen hat. Deshalb ist eine achtsame Auseinandersetzung sinnvoll, denn sie kann automatisierte Verhaltensmuster und unerfüllte Bedürfnisse aufdecken. Sei dabei analytisch und reflektiert.

Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  • Welchen Einfluss hat dieser Konflikt auf dich und deine Persönlichkeitsentwicklung gehabt?
  • Bist du seit dem vielleicht vorsichtiger, misstrauisch, ängstlich, schüchtern, fühlst dich wertlos, abhängig, nicht selbstbewusst….
  • Gibt es Auslöser sogenannte Trigger, die dich emotional aus der Bahn werfen?
  • Welche wiederkehrenden ungesunden Muster möchtest du durchbrechen?
  • Welche Bedürfnisse ergeben sich daraus?
  • Gibt es Sehnsüchte, die deshalb unerfüllt geblieben sind?
  • Gibt es einen tiefen Wunsch, der sich aus dieser Erfahrung heraus entwickelt hat?

Aller Anfang scheint oft schwer. Aber das Auflösen von Konflikten und die Versöhnung mit der Vergangenheit sind ein lohnenswerter Weg.

Wenn du merkst, dass du diesen Weg nicht alleine gehen möchtest, dann empfehle ich dir, professionelle Hilfe zu suchen. 

Ich freue mich über dein Feedback und deine Meinung zu diesem Thema.

Alles Liebe,
Diane

 

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