Die Erwartungen anderer erfüllen – 7 Schritte zur mentalen Freiheit

Geht es dir auch oft so, dass dein Handeln im Alltag dadurch beeinflusst wird, weil du die Erwartungen anderer erfüllst? Dass du dich verbiegst, um es anderen recht zu machen? Deine Meinung nicht vertrittst und nicht für dich einstehst, weil du dich zu schwach für eine Konfrontation fühlst?

Das können die banalsten Dinge sein, wie: „Was wird er oder sie über mich denken, wenn ich die Verabredung absage“. „Was denkt er oder sie über mich, wenn ich ihr oder ihm nicht helfe?“ „Was denkt mein Gegenüber, wenn ich ihm sage, was ich wirklich will?“

Doch warum ist es dir so wichtig, die Erwartungen anderer zu erfüllen?

Hinter dieser Frage steckt die Angst vor Ablehnung und Zurückweisung.

Als Kind haben wir gelernt, dass der Zuspruch unserer Eltern wichtig ist. Deren Ablehnung wäre für uns etwas ganz furchtbares gewesen. Wären wir doch ohne unser Eltern nicht in der Lage gewesen, alleine für uns zu sorgen. Also buhlen Kinder um die Gunst ihrer Eltern – jeder auf seine Art und Weise – um Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen.

Aufrgund dieser Erfahrung in unserer Kindheit setzt sich diese Konditionierung bei den meisten Menschen ein ganzes Leben lang fort. Schließlich sind wir Menschen soziale Wesen und wollen geliebt und nicht alleine gelassen werden. Auch wenn wir für uns alleine Sorge tragen können, ist uns der Zuspruch anderer wichtig. Und deshalb erfüllen wir dir Erwartungen anderer.

Welche Auswirkungen kann das auf dich haben?

Du machst dich von anderen abhängig

Eine Vielzahl deiner Entscheidungen und Handlungen sind durch die Meinungen und Erwartungen anderer geprägt. Oft fragst du sogar dein Umfeld nach deren Meinung und setzt diese um. Du gehst den Weg, den andere für dich vorgesehen haben. Du hast Angst vor eigenverantwortlichen Entscheidungen und machst dich dadurch abhängig von anderen.

Dein Selbstwertgefühl kann sich nicht entwickeln

Du stellst die Erwartungen anderer über deine eigenen. Bedeutet, dass du deinem Gegenüber einen höheren Stellenwert zurechnest als dir selbst. Insofern machst du dich krumm, um den Wünschen anderer zu entsprechen und vernachlässigst deine eigenen Bedürfnisse. Infolgedessen leidet dein Selbstwertgefühl darunter und kann sich nicht entwickeln.

Du bleibst unter deinen Möglichkeiten

Du traust dich nicht, dich auszuprobieren, einer guten Idee nachzugehen oder deinen eigenen Weg zu gehen. Die Angst vor Ablehnung ist zu groß, sodass es meist bei einer guten Idee oder Träumerei bleibt, ohne dass diese jemals umgesetzt wird. Du nimmst dir aber damit jede Chance zu wachsen und wirst niemals erfahren, welche Möglichkeiten das Leben dir bieten würde, wenn du ein selbstbestimmtes Leben führen würdest.

Du schwächst dich und machst dich unattraktiv

Nur weil du es allen recht machst und die Erwartungen andere erfüllst, wirst du deshalb nicht mehr Anerkennung und Achtung erhalten. Im Gegenteil: ein starkes Selbstwertgefühl und eine eigene Meinung wirken auf andere Menschen viel interessanter und anziehender. Erfolgreiche Menschen haben sich noch nie dadurch ausgezeichnet, dass sie es allen recht machen, sondern ihre Meinung standhaft vertreten und an sich glauben.

Du stresst dich und hast weniger Energie

Es immer allen recht zu machen und die Erwartungen anderer zu erfüllen, erfordert einen unglaublichen Aufwand. Diese Energie, die du für andere einsetzt, könntest du lieber für dich und deine Ziele einsetzen.

Doch wie schaffst du es, die Angst vor der Ablehnung zu besiegen?

Werde dir bewusst

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Mach dir bewusst, dass du dich manchmal nach anderen richtest oder dich deshalb verbiegst, um anderen zu gefallen. Dass du nicht deine Meinung vertrittst, weil du dich unsicher fühlst. Oder dass du dich in manchen Situationen nicht authentisch verhältst, weil du denkst, dass du sonst zurückgewiesen wirst.

Tritt eine solche Situationen ein, mach sie dir bewusst. Nimm sie bewusst wahr. Wie hast du dich gefühlt? Überlege dann, wie du vielleicht stattdessen reagiert oder gehandelt hättest, wenn dir die Erwartungen anderer und deren Meinung egal gewesen wären. Versuche, diese Situation zu reflektieren und dir bewusst zu machen.

Weniger Gedanken machen

Bevor du Zeit damit verschwendest, darüber nachzudenken, was andere von die erwarten oder über dich denken könnten, mach dir bewusst, dass diese Gedanken oft nur in deinem eigenen Kopf stattfinden. Vielleicht machst du dir mehr Gedanken zu einem Thema, als notwendig sind.

Jeder ist so mit sich selbst und seinen eigenen Problemen beschäftigt, dass er sich zusätzlich nicht noch Gedanken um dich macht oder über dich urteilt. Deine Selbstwahrnehmung kann somit eine ganz andere sein, als die deines Gegenübers. Deine Angst vor Ablehnung wäre unter diesem Aspekt also haltlos.

Mach dich nicht fertig

Unser schlimmster Feind sind wir selbst. Während du dich vor der Kritik der anderen fürchtest, sitz der schlimmste Gegner bereits in deinem Kopf. Du siehst dich gerne im schlechtesten Licht und kritisierst dich scharf. Du machst dich dafür fertig, was du mal wieder alles falsch gemacht hast. Möglicherweise beschimpfst du dich mit den schlimmsten und gemeinsten Worten. Hör auf damit! Dein mangelnder Selbstrespekt zieht dich nur noch weiter runter.

Höre dir zu

Anstatt dich mit deiner inneren kritischen Stimme fertig zu machen, solltest du dich dazu einladen ein positives Selbstgespräch zu führen.

Stelle dir deine innere Stimme als ernsthaften Gesprächspartner vor. Vielmehr einen Gesprächspartner, dessen Meinung du hinterfragen darfst.

Versuche Verständnis für dich und deine Situation zu entwickeln und frage dich aufrichtig, warum dir die Bestätigung anderer so wichtig ist. Höre dir zu und akzeptiere dich so wie du bist, d.h. mit allen Stärken und Schwächen.

Wechsel der Sichtweise

Mach dir bewusst, dass jeder dieser Menschen, die dir im Leben begegnen eine eigene Sichtweise haben. Genauso wie du. Jeder Mensch hat seine eigene Sichtweise. Und jede dieser einzelnen Realitäten müssen und können dementsprechend nicht identisch sein. Das ist ja geradezu unmöglich. Wir Menschen sind facettenreiche Individuen und unterscheiden uns in all dem, welche Erfahrungen wir in unserem Leben gesammelt haben und welche Erlebnisse uns geformt haben. Kurzum: all das sind wir. Und wenn wir uns das bewusst machen, müsste uns klar werden, dass es vollkommen in Ordnung ist, nicht den Erwartungen anderer zu entsprechen.

Entdecke deine Bedürfnisse

Mach dich auf die Suche nach deinen wahren Wünschen und Bedürfnissen. Mach dir überdies bewusst, was dir wirklich wichtig ist und wofür du stehst. Umso mehr dir dein Bedürfnisse und Wünsche klarer sind umso mehr wirst du für die Realisierung dieser einstehen. Jedes noch so kleine Erfolgserlebnis auf dem Weg dort hin, wird dich stärker machen und dich von den Meinungen und Erwartungen anderer unabhängig.

Fang an, dich auszuprobieren und Überlege dir, was du wirklich im Leben willst und fange an dich auszuprobieren. Am besten geht das, wenn du aktiv wirst. Raus aus dem Kopf, rein in den Körper.

Konfrontiere dich mit deinen Ängsten

Wenn du von einer Idee überzeugt bist und dich ausprobierst, wirst du dich deinen Ängsten stellen müssen. Indem du deinen Weg gehst und dich ausprobierst, wirst du auf Menschen treffen, die dich hinterfragen. Lerne zu deiner Meinung zu stehen und gehe diese Konfrontation bewusst ein.

Du wirst sehen, dass es gar nicht so schlimm ist, zu seiner Meinung zu stehen. Nicht immer einer Meinung zu sein, ist übrigens nicht schlimm. Darüber hinaus wird deine Angst jedes Mal kleiner werden.

Vielleicht hast du sogar Erfolgserlebnisse und erntest Zuspruch und Anerkennung für das, was du tust oder wofür du stehst.

Und mit jedem Erfolgserlebnis, sich seinen Ängsten gestellt zu haben, wird dein Selbstbewusstsein gestärkt.

Zu guter Letzt:

Ich wünsche dir, dass du lernst, mehr bei dir zu sein. Erkenne, was für ein wundervolles Wesen mit unglaublich viel Potential bist. Vertraue dir und deiner Intuition. Lerne für dich einzustehen und das zu machen, was dich beflügelt.

Lass mich dir ein Zitat von Steve Jobs mit auf den Weg geben:

“Deine Zeit ist begrenzt und deshalb solltest du sie nicht darauf verschwenden, das Leben eines anderen zu leben. Lass dich nicht von einem Dogma festhalten – mit den Ergebnissen Gedanken anderer leben zu müssen. Lass nicht den Lärm anderer Meinung deine innere Stimme verstummen. Und vor allem, hab den Mut deinem Herzen und deiner Intuition zu folgen. Die wissen nämlich irgendwie bereits, was du tatsächlich werden willst. Alles andere ist zweitrangig.”
— Steve Jobs

 

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